Tereza - O último azul

Gabriel Mascaro, Brasilien, Mexiko, Chile, 2025o

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Die 77-jährige Tereza arbeitet noch immer als Hilfskraft auf einer Krokodilfarm im Amazonasgebiet. Eines Tages erhält sie die Anweisung der Regierung, wie alle Alten in eine entlegene Seniorenkolonie zu ziehen, um die produktive Generation zu entlasten. Tereza weigert sich, dieses ihr auferzwungene Schicksal zu akzeptieren. Sie bricht zu einer Schiffahrte durch das Amazonas-Gebiet auf, die zur einer wundersamen Reise zu ihr selbst wird.

Filme, in denen sich heutige Zustände in einer nahen oder fernen Zukunft zum Schlimmsten entwickelt haben, gibt es wie Sand am Meer. Die wirklich guten unter diesen sogenannten Dystopien aber haben meist eines gemein: Sie fantasieren nicht wild vor sich hin, sondern denken bloss aktuelle Missstände weiter und spitzen sich dabei dramatisch oder komödiantisch zu. Nur schon deswegen ist die mit dem Silbernen Bären von Berlin prämierte Gesellschafts-Satire des brasilianischen Regisseurs und Künstlers Gabriel Mascaro eine richtig gute Dystopie. O último azul (Das tiefste Blau) spielt irgendwo im Amazonasgebiet eines durchaus gegenwärtig anmutenden Brasilien, in dem man alle Leute ab achtzig in eine Seniorenkolonie verfrachtet, damit die Jüngeren von der lästigen «Care-Arbeit» entlastet werden. Damit sich die Alten vor der Umsiedlung mit dem Beigeschmack freundlicher Euthanasie nicht einfach aus dem Staub machen, müssen sie zudem jede Reise von einem jüngeren Familienmitglied genehmigen lassen und werden bei Renitenz in kleinen Käfigwagen abgeführt … Die alte Tereza aber, mit 77 noch immer Putzfrau in einem Alligatoren-Schlachthaus, will sich weder die Pensionierung, nach alle anderen drohenden Zwangsmassnahme mit fürsorglicher Fassade gefallen lassen und tritt mit ihrer gesamten Barschaft eine abenteuerliche Flucht- und Bestechungsreise per Boot an. Muss man erwähnen, dass diese Exposition die Entmündigung und Entsorgung der Alten nicht bloss in Brasilien so lustvoll wie treffend karikiert? Doch es kommt noch besser. Terezas abenteuerliche Reise zur Rettung ihrer Autonomie wird zu einer Tour d’horizon der windschiefen Figuren, Hütten und Lebenswelten an den Dschungelufern, bei der Realität und Fantasie – nicht zuletzt dank exzellenter Ausstattung und Kameraarbeit – traumhaft verfliessen. Ob es eine Schnecke mit psychedelischem tiefblauen Sekret oder das Kasino mit den kämpfenden Zierfischen wirklich gibt? Wir wüssten es nicht zu sagen. Und das ist genau richtig so.

Andreas Furler

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Filmdateno

Synchrontitel
Das tiefste Blau DE
Les voyages de Tereza FR
The Blue Trail EN
Genre
Drama, Abenteuer, Science Fiction
Länge
90 Min.
Originalsprache
Portugiesisch
Bewertungen
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ØIhre Bewertung7.2/10
IMDB-User:
7.2 (2358)
Cinefile-User:
< 3 Stimmen
KritikerInnen:
< 3 Stimmen q

Cast & Crewo

Denise WeinbergTereza
Rodrigo SantoroCadu
Miriam SocarrásRoberta
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