r Marty Supreme
Josh Safdie, USA, 2025o
New York in den 1950er Jahren: Der trickreiche Verkäufer und Tischtennis-Crack Marty Mauser sollte im Schuhladen seines Onkels vorankommen. Stattdessen reist an die Weltmeisterschaft nach London, wo er gegen einen Japaner mit neuartigem Schläger verliert. In Tokio hätte er die Chance zur grossen Revanche. Doch wie die Reise finanzieren, wenn zu Hause die Geliebte schwanger ist, der betrogene Ehemann einer Theaterdiva auf Rache sinnt und der entlaufene Hund eines Mafioso gefunden werden muss? Marty startet den Hindernislauf seines Lebens.
Wenn sie wollen, können die Safdie-Brüder unglaublich Tempo machen: Good Time und Uncut Gems sind solche Filme ohne Atempause. Das erste Soloprojekt von Josh Safdie steht ganz in dieser Tradition. Sein Held ist nicht zufällig Tischtennisspieler. In einer raffinierten Mischung aus Kontrolle und Überraschung treibt Safdie die Erzählung frenetisch voran. Das körperliche Spiel von Timothée Chalamet entspricht diesem Stil. Chalamet gibt Marty Mauser, einen Schuhverkäufer aus Not im New York der 1950er-Jahre, der sich zum Tischtennis-Weltmeister berufen glaubt. Seine anfängliche Grosspurigkeit und Überzeugung, Ruhm und Frauen stünden ihm einfach zu, schreien geradezu nach Ohrfeigen, und der Film zögert nicht, sie Ihm zu verpassen. Zurück in Manhattan nach einem Londoner Turnier, bei dem er im Final einem Japaner unterlegen ist, versucht Marty, das nötige Geld für eine Revanche in Tokio aufzutreiben. Doch die Jagd nach dem Geld erweist sich als lebensgefährlich, zudem erfährt unser Pingpong-Genie, dass seine verheiratete Freundin von ihm schwanger ist. Während Martys aberwitziger Flucht nach vorn gelingt dem Film das Kunststück, sich mit seinem egomanischen Helden zu verbünden und ihm zugleich eine Lektion zu erteilen. Das Finale bewerkstelligt diesen Spagat zwar nicht ganz mühelos, doch der Dauersprint, der ihm vorhergeht, bleibt eine umwerfende Tour de force.
Émilien GürGalerieo
