r Heart of the Beast
David Ayer, USA, 2026o
Nach dem Absturz ihres Wasserflugzeuges finden sich der ehmalige Special-Forces-Offizier James Belmont und sein Schäferhund Odin tief in der Wildnis Alaskas gestrandet wieder. Gemeinsam sind sie gezwungen, sich mehr als hundert Kilometer weit durch die Natur zu kämpfen, um zur nächsten Strasse zu gelangen. Dabei müssen sie reissende Bäche überqueren und jederzeit mit Bären und Wölfen rechnen.
Die Handlung dieses Films ist schnell erzählt. Nach einem Leben voller traumatischer Fronteinsätze hat sich ein amerikanischer Elitesoldat mit seinem Schäferhund in die Wildnis von Alaska zurückgezogen. Beide sind voller physischer und psychischer Narben. Der Hund trägt als sichtbares Zeichen an einem Bein eine Prothese, der Mann stets eine Waffe in der Hand. Dann stürzen sie mit ihrem Wasserflugzeug ab. Bis zur nächsten Strasse sind es 93 Meilen voller Berge, Bäche, Bären, Wölfe. Dorthin müssen es der Mann und der Hund schaffen, wenn sie überleben wollen. Dabei kommen ihnen, wir sind ja faktisch in Hollywood, ein paar wundersame Zufälle in Form von Stürzen und Angriffen ohne schwere Blessuren zugut. «Hilf dir selbst», sagt der Survivalfilm, «dann hilft dir Gott» – oder mindestens ein Actionregisseur wie David Ayers im Verbund mit sich selbst als Drehbuchautor. So weit so bekannt. Doch das Herzstück des Films ist die Beziehung zwischen diesem Mann und seinem Hund. Bis auf eine kurze Begegnung mit einem alten Goldgräber und ein paar klischeehafte Erinnerungssplitter aus den Kriegserlebnissen des Paars erleben wir nur, wie die beiden miteinander umgehen: wenige, immer ähnliche Worte, umso mehr Gesten, Handlungen, Zeichen unverbrüchlicher Liebe und Treue. Die Schlichtheit machts aus: Ein Herz aus Stein, wer nicht weich wird; schliesslich feuchte Augen, wenn der Mann seine Gefühle für das Tier in wenige, grossartige Zeilen fasst. Der Hund heisst übrigens Odin, wie der germanische Gott, der die gefallenen Krieger zur Ruhestätte Walhalla begleitete. Der Mann, bevor wir’s vergessen, wird gespielt von Brad Pitt, und der tut in diesem Film einfach, was zu tun ist, wenn einer mit viel Krafttraining und eisernem Willen im Rucksack zu überleben versucht. Mehr braucht es nicht. Heart of the Beast ist ein Film für die Glücklichen, denen als Buben oder Mädchen ein Vater mit leuchtenden Augen die Geschichten Jack Londons über seine Abenteuer im Alaska vorlas. Und für alle andern erst recht.
Andreas Furler
